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Die Geschichte Almansors

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der Brust kreuzte: "Salem aleikum, Petit-Caporal!" Der Mann sah sich erstaunt um, blickte den jungen Menschen mit scharfen Augen an, dachte über ihn nach und sagte dann: "Himmel, ist es möglich! du hier, Almansor? Was macht dein Vater? Wie geht es in Ägypten? Was führt dich zu uns hieher?" Da konnte sich Almansor nicht länger halten, er fing an bitterlich zu weinen und sagte zu dem Mann: "So weißt du also nicht, was die Hunde, deine Landsleute, mit mir gemacht haben, Petit-Caporal, du weißt nicht, daß ich das Land meiner Väter nicht mehr gesehen habe seit vielen Jahren?" "Ich will nicht hoffen", sagte der Mann, und seine Stirne wurde finster, "ich will nicht hoffen, daß man dich mit hinwegschleppte." "Ach, freilich", antwortete Almansor; "an jenem Tag wo eure Soldaten sich einschifften, sah ich mein Vaterland zum letztenmal; sie nahmen mich mit sich hinweg, und  ein Hauptmann, den mein Elend rührte, zahlte ein Kostgeld für mich bei einem verwünschten Doktor, der mich schlägt und halb Hungers sterben läßt. Aber höre, Petit-Caporal", fuhr er ganz treuherzig fort, "es ist gut, daß ich dich hier traf, du mußt mir helfen." Der Mann, zu welchem er dies sprach, lächelte und fragte, auf welche Weise er denn helfen sollte? "Siehe", sagte Almansor, "es wäre unbillig, wollte ich von dir etwas verlangen, du warst von jeher so gütig gegen mich, aber ich weiß, du bist auch ein armer Mensch, und wenn du auch Feldherr warst, gingst du nie so schön gekleidet, wie die anderen; auch jetzt mußt du, nach deinem Rock und Hut zu urteilen, nicht in den besten Umständen sein. Aber da haben ja die Franken letzthin einen Sultan gewählt, und ohne Zweifel kennst du Leute, die sich ihm nahen dürfen, etwa seinen Janitscharen-Aga, oder den Reis- Effendi, oder seinen Kapudan- Pascha, nicht?" "Nun ja", antwortete der Mann, "aber wie weiter?" "Bei diesen könntest du ein gutes Wort für mich einlegen, Petit-Caporal, daß sie den Sultan der Franken bitten, er möchte mich freilassen; dann brauche ich auch etwas Geld zur Reise übers Meer, vor allem aber mußt du mir versprechen, weder dem Doktor, noch dem arabischen Professor etwas davon zu sagen." "Wer ist denn der arabische Professor?" fragte jener. "Ach, das ist ein sonderbarer Mann, doch, von diesem erzähle ich dir ein andermal. Wenn es die beiden hörten, dürfte ich nicht mehr aus Frankistan weg. Aber willst du für mich sprechen bei den Agas? Sage es mir aufrichtig!" "Komm mit mir", sagte der Mann, "vielleicht kann ich dir jetzt gleich nützlich sein." "Jetzt?" rief der Jüngling mit Schrecken; "jetzt um keinen Preis, da würde mich der Doktor prügeln; ich muß eilen, daß ich nach Hause komme." "Was trägst du denn in diesem Korb?" fragte jener, indem er ihn zurückhielt. Almansor errötete und wollte es anfangs nicht zeigen, endlich aber sagte er: "Siehe, Petit-Caporal, ich muß hier Dienste tun, wie der geringste Sklave meines Vaters. Der Doktor ist ein geiziger Mann, und schickt mich alle Tage von unserem Hause eine Stunde weit auf den Gemüse- und Fischmarkt, da muß ich dann unter den schmutzigen Marktweibern einkaufen, weil es dort um einige Kupfermünzen wohlfeiler ist, als in unserem Stadtteil. Siehe, wegen dieses schlechten Herings, wegen dieser Handvoll Salat, wegen dieses Stückchens Butter muß ich alle Tage zwei Stunden gehen. Ach, wenn es mein Vater wüßte!" Der Mann, zu welchem Almansor dies sprach, war gerührt über die Not des Knaben und antwortete: "Komm nur mit mir und sei getrost; der Doktor soll dir nichts anhaben dürfen, wenn er auch heute weder Hering noch Salat verspeist. Sei getrosten Mutes und komm." Er nahm bei diesen Worten Almansor bei der Hand und führte ihn mit sich, und obgleich diesem das Herz pochte, wenn er an den Doktor dachte, so lag doch so viele Zuversicht in den Worten und Mienen des Mannes, daß er sich entschloß ihm zu folgen. Er ging also, sein Körbchen am Arm, neben dem Soldaten viele Straßen durch, und wunde rbar wollte es ihm bedünken, daß alle Leute die Hüte vor ihnen abnahmen, und stehenblieben und ihnen nachschauten. Er äußerte dies auch gegen seinen Begleiter, dieser aber lachte und sagte nichts darüber. Sie gelangten endlich an ein prachtvolles Schloß, auf welches der Mann zuging. "Wohnst du hier, Petit- Caporal?" fragte Almansor.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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